Zur Ausstellung ist ein gleichnamiger Begleitband erschienen, in dem acht Fachaufsätzen klären, welches Gedankengut und welche Symbolik sich hinter den formvollendeten, oft dekorativ wirkenden Darstellungen verbergen. Ebenso wie in der Ausstellung sind in den Beiträgen nicht nur kulturhistorische und archäologische Betrachtungen vertreten, sondern es werden auch ornithologische Blickwinkel eingenommen. Monika Kirk zeigt zum Beispiel, wie die Eule in sämtlichen Kulturen ihren Eingang fand und sie dabei stets das Geheimnisvolle, Mysteriöse umgab. Ausführlich geht sie auf die Beziehungen der Eule zu anderen Vögeln ein und stellt diese sowohl in ihrer biologischen, historischen als auch mythologischen Dimension dar. Christian Russenberge klärt hingegen in seinem Beitrag „Wie die Göttin zu ihrem Vogel kam. Aphrodite und ihre Taube“ den Leser darüber auf, dass die Taube schon in der Bronzezeit als Attribut von Liebes- oder Fruchtbarkeitsgöttinnen diente und die Beziehung zwischen Taube und Aphrodite nicht exklusiv war, da die griechische Göttin einfach gerne mit Vögeln umgeben dargestellt wurde.
Die zweite Hälfte des Buches nimmt der Katalogteil ein, der rund 120 kunstvolle Objekte präsentiert und direkt am Beispiel deren Symbolik ergründet. Durch die Breite der vertretenen Ansätze sind die Ausstellung und der Begleitband für archäologisch interessierte Ornithologen ebenso interessant wie für Archäologen und Ethnologen mit einem Faible für die gefiederten Freunde der Luft.
Rezension: Carmen Fischer




