Eines der ältesten supermassiven Schwarzen Löcher haben Roger Romani und Kollegen von der Stanford University jetzt gefunden: Es wiegt zehn Milliarden Sonnenmassen und hat eine Rotverschiebung von 5,5, berichten die Forscher im Fachblatt Astrophysical Journal Letters.
Damit existierte das Monsterloch schon etwa eine Milliarde Jahre nach dem Urknall. Zu dieser Zeit endete das so genannte “dunkle Zeitalter”, als das Universum für Licht undurchdringlich war. Noch rätseln die Forscher, wie sich so früh in der Geschichte des Universums schon so viel Materie zusammenballen konnte, dass ein so schweres Schwarzes Loch entstand.
Das besondere an dem Fund von Romani und seinen Kollegen ist, dass es sich um einen so genannten Blazar handelt. Schwarze Löcher, aber auch Neutronensterne erzeugen häufig eng begrenzte Strahlen aus Teilchen, die sich fast mit Lichtgeschwindigkeit bewegen, so genannte Jets. Wenn ein solcher Jet genau auf die Erde gerichtet ist, nennen die Astronomen das Objekt Blazar. “Ein Blazar mit so einer großen Rotverschiebung ist wie ein Leuchtfeuer im jungen Universum, das alle Materie und Strahlung zwischen damals und heute erhellt”, sagt Romani. “Man hat nun ein vorher unbekanntes Handwerkszeug, um die Geburt von Sternen und Galaxien zu untersuchen.”
Eigentlich hatte Romani nach Pulsar-Blazaren gesucht und alle anderen Quellen aussortieren wollen. Wie sich herausstellte, war unter der “Spreu” der interessanteste Himmelskörper seines Datensatzes. Nun wollen die Forscher das Objekt genauer untersuchen, um das Ende des dunklen Zeitalters zu aufzuhellen.
Ute Kehse





