Die Astronomen planen ein großes Ding: Mit einem Radioteleskop der Superlative wollen sie das Echo des Urknalls („Big Bang”) auffangen. Dazu sollen Millionen von Antennen so kombiniert werden, dass sie eine Empfangsfläche von insgesamt einem Quadratkilometer aufspannen. 2024 soll das „Square Kilometer Array” (SKA), an dem sich 20 Länder beteiligen, voll in Betrieb gehen – in Südafrika oder Australien. Es stellt immense Herausforderungen an die Informationstechnik hinter dem Teleskop.
„Jeden Tag wird das Doppelte der Datenmenge zusammenkommen, die heute durchs Internet strömt”, sagt Ton Engbersen. Der Forscher am IBM Forschungszentrum in Rüschlikon bei Zürich ist wissenschaftlicher Leiter auf IBM-Seite von einem gemeinsamen Projekt des IT-Konzerns mit dem niederländischen Institut für Radioastronomie (Astron). Ziel der Kooperation ist, die technologischen Grundlagen zu erforschen und Lösungen vorzuschlagen, um die Datenflut des SKA zu bewältigen. Drei Herausforderungen sind zu meistern: Die Daten aus den weit entfernten Einzelantennen müssen rasch zusammenfließen, schnell verarbeitet und gespeichert werden.
„Der Transport der Daten wird über ultraschnelle Lichtwellenleiter erfolgen”, verrät Engbersen. Dafür entwickelt sein Team „nanophotonische” Bauteile, die durch feine Glasfasern riesige Datenmengen schicken können. Um diese zu verarbeiten, setzen die Forscher auf Höchstleistungscomputer mit bislang unerreichter Kompaktheit: „In jedem Rechner-Einschub sind bis zu 1500 einzelne Prozessorkerne untergebracht, die für die optimale Effizienz mit Wasser gekühlt werden”, erklärt Engbersen. Die bisher unvermeidlichen Wärmeverluste müssen drastisch sinken. Ideen, wie das gelingen kann, haben die Forscher in Rüschlikon. Ton Engbersen ist überzeugt , dass sich so auch der Energieverbrauch elektronischer Geräte in Unternehmen und Haushalten deutlich reduzieren lässt.





