Wenn ein Meteor in der Erdatmosphäre explodiert, kann dies Messungen über geheime Nukleartests durcheinanderbringen. Dies fanden die Seismologen Läslo Evers und Hein Haak vom Royal Netherlands Meteorological Institute heraus. Sie zeichneten die Explosion eines Meteoren auf, die in etwa 20 Kilometer Höhe stattfand.
Die Explosion ließ sich nur deshalb als Meteor identifizieren, weil Augenzeugen einen Lichtblitz am Himmel gesehen hatten. Ansonsten wäre eine Verwechslung mit einem Nukleartest ohne weiteres möglich gewesen. Dies hat Folgen, wenn man in Zukunft weltweite Nukleartests zuverlässig überwachen will: Jede Woche etwa tritt eine messbare Explosion eines Meteoren in der Erdatmosphäre auf.
Unterirdische Atomtests senden Schockwellen aus, die seismische Beobachtungsstationen aufzeichnen können ? die gleichen Stationen, die auch Erdbeben registrieren. Oberirdische Atomtests in der Atmosphäre verursachen eine Art Knall im Infraschallbereich, den hochempfindliche Luftdruckmessgeräte registrieren. Um derartige Tests messen zu können, entsteht zur Zeit ein weltweites Netz von 60 Infraschall-Detektoren. Die neuen Forschungsergebnisse zeigen, dass es sehr schwierig werden wird, mit diesen Detektoren oberirdische Nukleartests von Meteoren unterscheiden zu können.
Iris Schaper





