„Doch alles Krampf. Das glaube ich einfach nicht!” Mit diesen Worten, erzählt der theoretische Physiker Jim Al-Khalili, habe seine Frau reagiert, nachdem er ihr bei einer Flasche Rotwein einen Vortrag über Quantenphysik gehalten hatte. Das hielt den Professor von der englischen University of Surrey jedenfalls nicht davon ab, ein allgemeinverständliches Buch über dieses schwierige Thema zu schreiben. Es ist ein gutes Buch geworden – gut geschrieben, gut übersetzt, sehr informativ und schön illustriert.
Allerdings: Der Leser muss sich anstrengen, denn die Quantenphysik hat wenig mit der Alltagswelt zu tun. Was soll man schon davon halten, dass zwei Quantenteilchen „irgendwie” miteinander verbunden sind, ganz gleich, wie weit sie voneinander entfernt sind? Albert Einstein hielt nichts von dieser „ spukhaften Fernwirkung”. Damit ist man schon mitten drin im Buch, das sich ausführlich mit dem Streit um die Quantenphysik befasst.
Inzwischen hat sich die Auffassung durchgesetzt, dass die seltsamen Eigenheiten wesentlicher Bestandteil der Quantenwelt sind. Der Autor beschreibt, wie sich diese Ansicht im wissenschaftlichen Disput entwickelt hat. Ausführlich erläutert er die wichtigsten Experimente und zeichnet den Weg nach, der von der Quantenphysik über die Quantenmechanik und Quantenelektrodynamik zur Quantengravitation führte.
Über das Thema Quantenphysik wurde schon viel geschrieben. Was Khalilis Buch auszeichnet, ist, dass es einen sehr schönen Überblick gibt und dazu die neuesten Ergebnisse der Forschung präsentiert. Heinz Horeis
Jim Al-Khalili QUANTUM Moderne Physik zum Staunen Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg 2005 279 S., € 34,50 ISBN 3-8274-1574-8





