Sie waren sicher schon häufiger mit dem Schiff unterwegs: auf einem Fluss, einem See oder dem Meer. Manche von Ihnen haben dabei die Kräfte der Natur zu spüren bekommen – eisigen Wind, Sturm, hohen Wellengang. Eine Schiffspassage kann recht ungemütlich sein, umso mehr, wenn sie nicht in einem großen Stahlschiff, sondern in einem ausgehöhlten Baumstamm stattfindet – ohne Navigationsgerät, mit Blick auf einen Horizont, der nichts verspricht als Wasser, Wasser, Wasser …
Wenn sich ganze Menschengruppen in Baumstämmen aufmachen, irgendwo auf der Welt ein rettendes Ufer zu suchen, treibt sie entweder die Verzweiflung, oder es lockt sie die Hoffnung, anderswo rei- chere Jagdgründe anzutreffen. Genau das geschah vor 20 000 Jahren, vor 100 000 Jahren, womöglich sogar schon vor einer Million Jahren. In jüngster Zeit fanden Archäologen und Paläoanthropologen an vielen Stellen der Welt Hinweise auf frühe Seefahrer.
Mein Kollege Thorwald Ewe und unsere USA-Korrespondentin Désirée Karge hefteten sich für unsere aktuelle Titelgeschichte an die Fährte der Wissenschaftler und stießen dabei nicht nur auf Indizien, die für eine frühe Seefahrt sprechen, sondern auch auf Abgründe der Forschung. Weil so mancher Archäologe die Hypothese eines Kollegen für völlig abwegig hält, bekämpfen sich Forschergruppen nicht selten nach allen Regeln der Kunst. Dieser Blick hinter die Kulissen würzt beide Beiträge der Titelgeschichte.
Pikant ist auch der zweite Schwerpunkt dieser Ausgabe: der Umbau unserer Höchstspannungsstromnetze. Neue Masten will keiner vor seiner Haustür haben, und doch brauchen wir mehr als eine ganze Reihe davon und dies umgehend, wenn unsere Stromversorgung nachhaltig werden soll und frei von Kern- und – wie viele for- dern – auch von Kohlestrom. Wie im Editorial der Mai-Ausgabe versprochen, stellen wir ab sofort aktuelle Studien und Einschätzungen von Wissenschaftlern vor, die sich mit dem politisch geforderten Umbau unserer Stromversorgung auseinandersetzen. Wir beginnen mit dem „Strippenziehen für die Energiewende” (ab Seite 86).
Anders als in „Zur Sache” gewohnt, sehen Sie den bild der wissenschaft-Chefredakteur dieses Mal umringt von Leserinnen und Lesern. Mitte April waren die Hauptpreisträger unseres Wettbewerbs „Welches ist für Sie das schlaueste Tier?” zwei Tage unsere Gäste. Nach dem Besuch einer Redaktionskonferenz und vor der Besichtigung unserer Druckerei präsentierte sich die Gruppe dem Fotografen (unten). Weiter ging es dann mit einer exklusiven Führung in der Primatenabteilung der Stuttgarter „Wilhelma” durch die stellvertretende Zoodirektorin Dr. Marianne Holtkötter. Der Tag schloss ab mit einer besonderen Weinverkostung und Übernachtung im Wohnort des Chefredakteurs. Am Tag darauf durchstreiften unsere Gewinner zunächst das Heilbronner Science Center experimenta. Den Schlusspunkt der zweitägigen Besuchstour setzte eine VIP-Führung durch die Neckarsulmer Audi-Produktion. Die Gruppe war so begeistert, dass sich die Re- daktion inzwischen überlegt, ein ähnlich kontrastreiches Programm in Form einer Leserkurzreise zu einem attraktiven Themenschwerpunkt anzubieten.





