von ROMAN GOERGEN
Wenn es um die verschiedenen Grizzly-Populationen im kanadischen Staat British Columbia geht, sprechen die alten Häuptlinge der First Nations dort gern von „ihren Bären“, als gehörten sie zur Familie. Als eine Forschergruppe um die Kanadierin Lauren Henson von der University of Victoria Ende 2021 eine Studie veröffentlichte über eine für die Wissenschaft recht verblüffende Korrelation zwischen indigenen Sprachfamilien und Grizzlybär-Genetik, zeigten sich die Oberhäupter der beteiligten Volksgruppen nur wenig überrascht. „Das waren ihre Stammesbären, die sie teilweise sogar persönlich kannten“, berichtet Niko Balkenhol, Landschaftsgenetiker an der Universität Göttingen. Balkenhol hat Henson in dem Forschungsprojekt zu analytischen Methoden beraten, mit denen die räumliche Verteilung des Genpools von Tierarten ermittelt werden kann.





