von TIM SCHRÖDER
Es ist noch nicht allzu lange her, da wurde das Biogas viel gepriesen. Ernteabfälle oder Gülle zu vergären, um daraus einen Brennstoff zu machen, das galt als hundertprozentig „öko“. Die Bundesregierung unterstützte diese Idee, indem sie ab März 2000 mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz Biogasanlagen förderte: Das Gas wurde in Motoren verbrannt und in elektrischen Strom verwandelt. Für jede Kilowattstunde Strom bekamen die Landwirte einen festen Centbetrag vergütet. Die Folge: Das Biogas startete voll durch. Viele Landwirte setzten sich eine Anlage auf ihren Hof, teils stellte man riesige industrielle Anlagen auf die grüne Wiese. Ab 2004 wurde der Biogasstrom zusätzlich mit einem „Nachwachsende-Rohstoffe-Bonus“ gefördert. 2009 kam der Gülle-Bonus hinzu. Wer in seinen Anlagen die im Überfluss vorhandene Gülle aus der Tiermast vergärte, wurde belohnt. Die Branche brummte: Zwischen 2009 und 2011 gingen jährlich mehr als 1000 neue Biogasanlagen ans Netz.





