Der japanische Zierkarpfen Koi ist der Rolls Royce unter den Fischen: Weil die bis zu 60000 Mark teuren Tiere besondere Pflege brauchen, schult Prof. Rudolf Hoffmann , 57, von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität Tierärzte und Züchter im Umgang mit ihren ungewöhnlichen Haustieren. “Wer seinen Zierfisch liebt, möchte ihn auch medizinisch behandeln, wenn er krank ist”, sagt der Tiermediziner.
Das Therapiespektrum für den schuppigen Schatz, von dem in Deutschland zwischen 100000 und 200000 Exemplare leben, ist bedeutend größer als bei “billigen” Nutzfischen. Es reicht von einfachen Arzneien bis zu Operationen mit Unterstützung bildgebender Verfahren. “Man kann auch Medikamente einsetzen, die Nutzfische nicht bekommen dürfen”, sagt Hoffmann.
Wie die Forelle lebt auch der Koi nicht gern allein. Liebhaber des stattlichen Fischs, der bis zu einen Meter lang und 20 Kilogramm schwer werden kann, besitzen daher mindestens fünf dieser schwimmenden Mittelklassewagen. Die halten sie meist in einem mehr als 20 Kubikmeter großen Bassin in einem wohltemperierten Wintergarten. “So ein Koi-Haus läßt sich auch für gesellschaftliche Anlässe nutzen”, schwärmt Hoffmann. Und als Manege für kleine Kunststücke: “Manche Kois kommen auf Zuruf.”
Dennoch reicht Hofmanns Begeisterung für den farbenprächtigen Fisch nicht bis in die eigenen vier Wände: “Zu Hause halte ich lieber Reptilien.”
Rudolf Hoffmann





