Den Herausgebern ist es dabei gelungen, einen abwechslungsreichen Sammelband zusammenzustellen. Positiv fällt weiterhin die umfangreiche Illustrierung des Buches auf. Dies erleichtert es dem Leser, sich ein Bild von den damaligen Medien zu machen. Zwar nehmen die historischen Entwicklungen im Frankreich des 18. und 19. Jahrhunderts in der Gesamtbetrachtung den weitaus größten Raum ein, aber auch Medienphänomene aus anderen Ländern werden nicht außer Acht gelassen. Weitere Beiträge beschäftigen sich beispielsweise mit der Conquista Südamerikas, mit polemischen Karikaturen in den Niederlanden, mit den Ereignissen rund um die Revolution von 1848 in Frankfurt oder der Eröffnung der Bayreuther Festspiele im Jahr 1876.
Gerade diese Vielseitigkeit ist die große Stärke dieses Buches. Jedoch hätte ein zusammenfassender Kommentar oder ein abschließender Forschungsüberblick dem Sammelband gut getan, um die Einzelbeiträge zu den unterschiedlichen Themen in einen gemeinsamen Kontext einzuordnen und den Band insgesamt abzurunden.
Gewidmet ist der Band dem Gießener Historiker Rolf Reichardt anlässlich dessen 65. Geburtstages. Reichardt leitete bis 2005 den Sonderforschungsbereich Erinnerungskulturen an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Dort hat er seinen Forschungsschwerpunkt insbesondere auf die mediale Verarbeitung der Französischen Revolution gelegt und ist damit zum Pionier der historischen Bildforschung geworden.
Rezension: Jan Müller




