Eine weitere, jetzt auf Deutsch erschienene Studie zur Hungerkatastrophe stammt von dem niederländischen Historiker Frank Dikötter. Sie ist außerordentlich prägnant, in ihrer Wirkung aber auch sehr bedrückend.
Dikötter schildert die staatlichen und örtlichen Willkürmaßnahmen, die unermessliche Not in den Dörfern, aber auch die Überlebensstrategien der Privilegierten. Schwierig ist nach wie vor die Quellenlage, denn vieles ist noch immer unter Verschluss. Seine Darstellung kulminiert in der minutiösen Auflistung der „verschiedenen Arten zu sterben“ (neben dem Verhungern vor allem durch Krankheiten, Selbstmorde oder Ermordung) und der ungeheuren Zahl von mindestens 45 Millionen Opfern des maoistischen Experiments, das in China bis heute tabuisiert ist.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger




