Die Blütezeit der kurpfälzischen Residenzstadt Mannheim ist untrennbar verbunden mit dem Namen des Kurfürsten Karl Theodor, der am 31. Dezember 1742, wenige Tage nach seinem 18. Geburtstag, Karl Philipp nachfolgte. Den Grundstein für den glanzvollen Aufstieg der Quadratestadt hatte jedoch der verstorbene Kurfürst gelegt: Er hatte den Sitz der Regierung von Heidelberg nach Mannheim verlegt, das riesige Barockschloss sowie die Jesuitenkirche erbauen lassen und nicht zuletzt dem Musikleben maßgebliche Impulse verliehen.
Aber erst während der Regierungszeit des in Drogenbusch bei Brüssel geborenen und seit seinem zehnten Lebensjahr in Mannheim erzogenen Karl Theodor erreichte das Kulturleben einen im deutschen Südwesten vorher nicht gekannten Höhepunkt. Der am Vorbild Versailles ausgerichtete spätabsolutistische Repräsentationswille prägte den Charakter der Residenzstadt, deren höfisches Leben jahrzehntelang französisches Theater und Ballett, italienische Komödie und Oper ebenso bestimmten wie inszenierte Jagden, prunkvolle Bälle und turbulente Karnevalsvergnügungen.
Erst in den letzten 20 Jahren seiner Mannheimer Regierungszeit gewannen die wissenschaftlichen Inter-essen Karl Theodors die Oberhand. Im Ergebnis förderte er aufklärerische Institutionen, allen voran die „Akademie der Wissenschaften“. Selbst die Absage an die französische und die Hinwendung zur deutschen Kultur erfolgten noch vor dem Umzug des Hofes nach München, wie das Nationaltheater, das Abschiedsgeschenk Karl Theodors für sein geliebtes Mannheim, nachdrücklich unterstreicht. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 09/2013.
Dr. Wilhelm Kreutz




