Laut einer Studie haben sich die bewaldeten Gebiete Europas in den vergangenen 20 Jahren deutlich ausgedehnt. Auch die Dichte und durchschnittliche Baumhöhe hat zugenommen. Damit steige die Kraft dieser grünen Lunge, Kohlendioxid zu binden, betont der “Zustandsbericht der europäischen Wälder 2011”. Er wurde am Dienstag bei einer Konferenz im norwegischen Oslo vorgestellt. Die Ministerkonferenz zum Schutz der europäischen Wälder gibt es seit 1990. Diese Woche beraten in Oslo Vertreter aus 46 Mitgliedstaaten unter anderem über eine rechtlich bindende Vereinbarung zum Schutz der Wälder.
eit Anfang der 90er-Jahre wuchsen den Untersuchungen zufolge die europäischen Waldflächen im Schnitt um 0,8 Millionen Hektar pro Jahr. Auch an Gesamtmasse haben die Bäume deutlich zugelegt: Der Zuwachs betrug in den letzten 20 Jahren etwa 8,6 Milliarden Kubikmeter. Insgesamt sind in Europa inklusive ganz Russlands nun 1,02 Milliarden Hektar mit Wald bedeckt, das entspricht einem Viertel des Vorkommens der ganzen Erde.
Wald ist eine effektive Waffe gegen den Klimawandel, betonen die Experten, denn mehr Bäume binden mehr Kohlendioxid. Zwischen 2005 und 2010 absorbierten die europäischen Wälder rund 879 Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr. Das entspricht etwa zehn Prozent des Treibhausgasausstoßes in Europa im Jahr 2008.
Der positive Trend für Gesamteuropa spiegelt sich auch in der Gesundung der deutschen Wälder wider. Das geht aus der aktuellen Waldzustandserhebung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hervor. 2010 waren demnach 38 Prozent der Bäume im Schnitt ohne krankhaften Nadel- oder Blattverlust, der maßgeblich durch Umweltverschmutzung verursacht wird. Im Jahr 2009 waren es nur 36 Prozent.
Die Verbesserung sei vor allem auf die Erholung der Buchen zurückzuführen, sagen die Forscher. Bei diesen Laubbäumen, denen eine zentrale Bedeutung in Wäldern zukommt, hat die sogenannte Kronenverlichtung durchschnittlich um 17 Prozent abgenommen. Ein Sorgenkind bleibt allerdings weiterhin ein symbolträchtiger Baum in unseren Wäldern: die deutsche Eiche. Mehr als die Hälfte des Bestandes zeigt deutliche Kronenverlichtungen und der Zustand hat sich im vergangenen Jahr weiter leicht verschlechtert. Die Bäume leidet neben der immer noch zu hohen Belastung durch Schadstoff- und Säureeinträge zurzeit besonders unter starken Fraßschäden verschiedener Schmetterlingsraupen, heißt es in der Waldzustandserhebung.
Zustandsbericht der europäischen Wälder 2011 wissenschaft.de ? Martin Vieweg





