Gestützt auf zahllose Erinnerungen seiner Protagonisten und auf umfangreiches Archivmaterial, nimmt in Stargardts Darstellung das Schicksal einzelner Betroffener, aber auch der vielen namenlosen Opfer der NS-Gewaltherrschaft Konturen an. So kommen Kinder aus den von Hitlers Soldaten besetzten Gebieten ebenso zu Wort wie ihre jüdischen Leidensgenossen. Auch auf das Schicksal der „Euthanasie“-Opfer geht der Autor ein. Auf der anderen Seite stehen die Kinder von Hitler-Anhängern, stehen Hitlerjungen und Mädchen des BDM (Bund Deutscher Mädel), überzeugt von den Naziparolen, instrumentalisiert vom Regime. Sie holt der Schrecken bei Bombenkrieg und Flucht ein.
Die Erinnerungen der Zeitzeugen werden von Stargardt geschickt in den historischen Kontext eingebettet. So entsteht ein detailliertes Bild von NS-Regime und Zweitem Weltkrieg, wenn auch aus Quellengründen nicht immer aus Kinderaugen.
Rezension: Talkenberger, Heike




