Die Wiener erwarteten eine strahlende Kaiserbraut, zu sehen bekamen sie ein verängstigtes, nervöses Geschöpf mit verweinten Augen: „Das soll unsere neue Kaiserin sein?“, fragte sich die entsetzte Hofgesellschaft, als Elisabeth, die 16-jährige Tochter des Bayernherzogs Maximilian und dessen Frau Maria Ludovika, am 23. April 1854 zum hochoffiziellen Empfang in der Kaiserstadt eintraf. Zu allem Überfluss passierte Elisabeth auch noch ein peinliches Malheur: Beim Aussteigen verhakte sich das Diamantdiadem, das Brautgeschenk des jungen Kaisers Franz Joseph I., im Türrahmen der Kutsche. „Sisi“, wie er sie zärtlich nannte, stolperte das Treppchen hinunter und fiel ihrem Bräutigam buchstäblich in die Arme.
Die Brautkutsche ist heute eine der Hauptattraktionen der Kaiserlichen Wagenburg in Wien und hatte einen berühmten Vorbesitzer: Die viersitzige Berline, 1790 in Paris gebaut und ursprünglich vollständig vergoldet, benutzte Napoleon I. 1805 in Mailand zu seiner Krönung als König von Italien. Danach gelangte der Sechs- bis Achtspänner in den Besitz des Wiener Hofs, hieß fortan „Mailänder Wagen“ und kam bei hochrangigen feierlichen Anlässen zum Einsatz. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 05/2013.
Rudolf Gruber




