Kaufmann betont, dass Luther mit seinen judenfeindlichen Äußerungen zwar im Einklang mit vielen seiner Zeitgenossen stand, jedoch in seiner wüsten Polemik aus dem Rahmen fiel. Diese traf allerdings auch andere „Glaubensfeinde“ wie die „Türken“ und „Papisten“. Zwar wurden Luthers späte „Judenschriften“ weniger stark rezipiert als die frühen, doch sie wirkten unheilvoll, am folgenschwersten in ihrer Indienstnahme durch die Nationalsozialisten. Kaufmann plädiert dafür, Luthers Judenhass nicht als einen peinlichen Nebenaspekt zu bagatellisieren, sondern ihn in ein kritisches Luther-Bild zu integrieren.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger




