Das Buch beginnt mit Kindheit und Jugend der Geschwister in Hannover und Darmstadt bei ihrer Großmutter und ihrer französischen Erzieherin Salomé de Gélieu, um anschließend darzustellen, wie jedes der sechs Geschwister sich einen eigenen Lebensraum aufbaute, ohne auch in schwierigen Zeiten den Kontakt untereinander abbrechen zu lassen. Das letzte Kapitel ist dem Vermächtnis Luises gewidmet, die mit nur 34 Jahren verstarb, so etwa ihren Vorstellungen von Kindeserziehung und den Fluchten der Geschwister aus der Realität in die Epoche der Burgen und Ritter, die sie das ganze Leben über begleiten sollten.
Ein Ziel der Autorin ist, „der Wahrheit ein wenig näher zu kommen“ und die ein oder andere Behauptung in „das Reich der haltlosen Gerüchte zu verweisen“, so etwa Spekulationen um geheime Liebschaften der Prinzessin Friederike zu Mecklenburg-Strelitz, Luises Lieblingsschwester, oder Luises Darstellung als unheilvoller Helena, deren Schönheit zumindest im Kampf Preußens gegen Napoleon nichts ausrichten konnte. Ob es der Autorin gelungen ist, davon kann sich jeder Leser bei der kurzweiligen Lektüre selbst ein Bild machen. Jedenfalls lässt ein ausführlicher Anhang mit Literaturangaben auf ein gründliches Quellenstudium schließen.
Auch das Titelthema der DAMALS Ausgabe von April 2010 beschäftigt sich mit Luise, Königin von Preußen.
Weitere Literatur zum Thema: Hanne Bahra, Von der Provinzprinzessin zum preußischen Mythos, München 2010.
Rezension: Carmen Fischer




