Erstmals haben Mediziner bei einem Menschen eine gezüchtete Luftröhre (Trachea) verpflanzt. Bisher gab es solche Eingriffe nur bei Schweinen. Das internationale Forscherteam um Paolo Macchiarini von der Universität Barcelona hatte mit „ Tissue-Engineering” ein sieben Zentimeter langes Segment des Organs hergestellt. Es wurde einer 30-jährigen Patientin transplantiert, deren Atemwege durch Tuberkulose einseitig schwer geschädigt waren. Die Frau schwebte in Lebensgefahr.
Zunächst entfernten die Mediziner aus der Luftröhre eines verstorbenen Mannes mit starken Chemikalien und Enzymen sämtliche Zellen des Spenders, sodass am Ende nur das zellfreie Bindegewebe übrig blieb. Dieses Gerüst statteten sie mit zwei verschiedenen Zelltypen der Patientin aus: zum einen mit Stammzellen aus dem Knochenmark, die sich zu speziellen, die Luftröhre umhüllenden Zellen entwickelten, und zum anderen mit Trachea-Zellen, die die Luftröhre innen auskleideten.
Vier Tage lang ließen die Wissenschaftler die Luftröhre in einem Bioreaktor wachsen, dann wurde sie transplantiert. Die Operation erwies sich als großer Erfolg: Es kam zu keinerlei Abstoßungsreaktionen, und bereits nach einem Monat hatte das Transplantat eine eigene Blutversorgung entwickelt. Der Patientin geht es inzwischen wieder gut, sie führt ein normales Leben.





