Lange war die Anwendung der Akupunktur gegen Schmerzen umstritten – jetzt haben Forscher der Universität Jena erstmals unter strengen naturwissenschaftlichen Kriterien die Wirksamkeit dieser Jahrtausende alten chinesischen Heilmethode nachgewiesen. Ein Team aus Psychologen und Ärzten um den Mediziner Winfried Meißner hatte Probanden unter Vollnarkose Schmerzreizen ausgesetzt und sie anschließend mit Nadelakupunktur an traditionellen Schmerzpunkten des Beins behandelt. Die Schmerzreaktionen wurden dabei anhand der Hirnströme, der so genannten evozierten Potenziale, gemessen. Dadurch konnte objektiv die Reaktion des Körpers auf Schmerz mit und ohne Akupunktur bestimmt und verglichen werden. Die Narkose verhinderte, dass das Wissen um die Akupunkturbehandlung die Reaktionen der Testpersonen beeinflusste.
„Wir konnten durch Akupunktur die Schmerzreize zwar nicht vollständig abblocken, aber es stellte sich heraus, dass sie deutlich gedämpft wurden”, erklärt Meißner. „Diese Methode ist also nach unseren Ergebnissen nachweislich ein wirksames Schmerzmittel.” Jetzt wollen die Wissenschaftler mit einer klinischen Nachfolgestudie die Anwendungsmöglichkeiten der Akupunktur überprüfen – zum Beispiel die Verminderung von Wundschmerzen nach Operationen.
Hans Groth





