Aus dem Abstand der Zähnchen und der Länge der Schrillleiste ermittelten die Forscher, dass Archaboilus musicus einen reinen Ton mit einer Frequenz von 6.400 Hertz erzeugte. Das ist höher als das fünfgestrichene c, der höchste Ton auf dem Klavier, aber für Menschen deutlich wahrnehmbar. Ein Zirpen dauerte 16 Millisekunden. Die Forscher vermuten, dass die Laubheuschrecke nachtaktiv war. ?Alle Laubheuschrecken, die heute Töne von sich geben, sind nachtaktiv?, berichtet Fernando Montealegre-Zapata von der University of Bristol, einer der Autoren. Damit waren die Insekten vermutlich vor den ersten Vögeln geschützt, Verwandten des Urvogels Archäopteryx, die aus der Luft Jagd auf Insekten machten.
Kleine, insektenfressende Säugetiere, die damals ebenfalls nachts durch die Wälder streiften, könnten ihre Opfer allerdings aufgrund des Liebesgesangs ausfindig gemacht haben. Die Heuschrecken lebten in einer offenen Waldlandschaft, die von Araukarien und Riesenfarnen beherrscht wurde. Die schlimmsten Feinde zirpender Insekten erschienen allerdings erst gut hundert Millionen Jahre später: Als die Fledermäuse mit ihrem Ultraschall-Detektor vor etwa 55 Millionen Jahren auftauchten, kam eine Art akustisches Wettrüsten in Gang. Heutige Laubheuschrecken sind daher auf höhere Frequenzen ausgewichen.




