Zum ersten Mal ist es Astronomen gelungen, Licht von einem Planeten außerhalb des Sonnensystems aufzunehmen. Drake Deming vom NASA Goddard Space Flight Center berichtet zusammen mit Kollegen in der Zeitschrift Nature (Online-Ausgabe), dass der Planet HD 209458b, der sich bisher nur durch den Einfluss seiner Schwerkraft auf seinen Mutterstern verraten hatte, selber infrarotes Licht aussendet und so direkt beobachtet werden kann.
HD 209458b ist ein so genannter heißer Jupiter, ein Riesenplanet, der in geringem Abstand um einen Stern kreist. Da er durch den Stern stark aufgeheizt wird, müsste seine Wärmestrahlung vom Weltraumteleskop Spitzer registriert werden können, vermuteten die Forscher. Sie nahmen daher infrarotes Licht mit einer Wellenlänge von 24 Mikrometern von dem Paar auf.
Dabei nutzten sie die Tatsache, dass der Planet alle dreieinhalb Tage hinter dem Stern verschwindet. Sie stellten fest, dass die infrarote Strahlung dann jedes Mal um einen bestimmten Betrag abnimmt. Dies muss der Beitrag des Planeten sein, schlossen die Forscher.
Sie berechneten, dass der Planet eine Temperatur von 860 Grad Celsius hat, falls er sich wie ein so genannter Schwarzer Körper verhält. Um die Temperatur exakt zu bestimmen, müsste aber die abgestrahlte Energie des Planeten in anderen Wellenlängen bekannt sein. Falls der Planet Wolken aus Wasserdampf besitzt, könnten diese zum Beispiel die 24-Mikrometer-Strahlung zum Teil absorbieren. Dann läge die tatsächliche Temperatur wesentlich höher.
Aus den Messungen der Forscher ergab sich auch, dass die außergewöhnliche Größe von HD 209458b nicht durch den Einfluss eines zweiten Planeten hervorgerufen wird, wie es bislang vermutet worden war. Der aufgeblähte Riesenplanet gelangte vor zwei Jahren schon einmal in die Schlagzeilen, weil Forscher in seiner Atmosphäre Sauerstoff und Kohlenstoff entdeckt hatten.
Ute Kehse





