Auch Sterne sterben: Massereiche Sterne verlassen die Bühne des Universums durch eine gewaltige Explosion eine sogenannte Supernova. Zu den Prozessen, die unmittelbar vor dem Ende im Inneren eines todgeweihten Sterns ablaufen, gibt es noch viele offene Fragen. Beobachtungen der Forscher um Eran Ofek vom israelischen Weizman-Institut in Rehovot präsentieren in diesem Zusammenhang nun einen spannenden Aspekt: Ihre Untersuchungen legen nahe, dass den Stern-Explosionen Anzeichen vorausgehen. Ein paar Wochen vor einer Supernova, die im Jahr 2010 beobachtet worden war, hatte der Vorgängerstern Materie ins All geschleudert.
Einige Supernova-Modelle haben einen derartigen Ausbruch sterbender Sterne bereits vorhergesagt, bisher war so etwas aber noch nicht eindeutig beobachtet worden. Ofek und seinen Kollegen ist dies nun gelungen. Sie hatte systematisch nach Helligkeitsausbrüchen bei den Vorgängersternen von Supernovae in Datenaufzeichnungen gesucht. Bei der Supernova mit der Bezeichnung SN 2010mc wurden die Astronomen schließlich fündig: Die Lichtkurve zeigte einen Ausbruch 40 Tage vor der Sternexplosion, die am 20. August 2010 sichtbar wurde. Aus den Datenanalysen folgern Ofek und sein Team, dass der Stern bei dem Ausbruch Materie spuckte, deren Masse etwa einem hundertstel der unserer Sonne entspricht. Die ausgeschleuderten Gase und Partikel rasten mit einer Geschwindigkeit von rund sieben Millionen Kilometern pro Stunde ins All.
Massenauswurf und baldiger Tod kein Zufall
Die zeitliche Nähe dieses Massenverlusts und der Supernova-Explosion machen den Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen deutlich, sagen die Astronomen. Die statistische Analyse ergab eine Wahrscheinlichkeit von nur 0,1 Prozent dafür, dass ein solcher Massenausbruch rein zufällig kurz vor der Supernova-Explosion stattfindet.
Den Forschern zufolge deutet der extreme Massenverlust auf Instabilitäten während der letzten Phase der Kernfusion im Inneren des sterbenden Sterns hin. Modelle, die solche Prozesse nicht vorhersagen, müssten daher verworfen werden.
Die Forscher glauben, dass weitere Beobachtungen bestätigen werden, dass Materieausbrüche die Regel bei bevorstehenden Supernova-Explosionen massereicher Sterne sind. Sie könnten damit Astronomen als Hinweis für das anstehende Himmelsspektakel dienen, so dass sie ihre Aufmerksamkeit rechtzeitig auf den betreffenden Stern lenken. So könnten Supernovae zukünftig besser von Beginn an detailliert beobachtet werden.
Eran Ofek (Weizman-Institut in Rehovot) et al.: Nature, doi:10.1038/nature11877 © wissenschaft.de Martin Vieweg





