Unerschrocken macht sich Charles Nicholl dennoch an eine neue Biographie des Künstlers. In ihr möchte er sich dem Menschen Leonardo nähern, wozu er insbesondere dessen handschriftlichen Nachlass (7 000 Manuskriptseiten!), vor allem die Notizbücher, minu‧tiös auswertet. Das Ergebnis kann die Leser erfreuen. Plastisch und lebensnah tritt Leonardo hervor, mit seiner überbordenden Fülle von Interessen, die er umkreiste wie „ein Raubvogel seine Beute“, mit seiner Eleganz und Weltge-wandtheit, mit seinen Befürchtungen und Sorgen. Demgegenüber tritt die Werkanalyse allerdings eher zurück; auch hier sucht Nicholl vor allem die persönliche Annäherung.
Rezension: Talkenberger, Heike




