Das Buch setzt ein in der Zeit Kaiser Trajans (reg. 98-117). Ein dem Leser unbekannter aber fachkundiger Erzähler aus dem Jahr 100 n. Chr. führt durch die einzelnen Stationen des militärischen Dienstes und gewährt Einblicke in Alltag, Tagesablauf, Ausrüstung und Lagerleben eines römischen Soldaten in der Epoche, in der Rom seine größte Ausdehnung erfuhr. Nach einigen Angaben zum Eintritt in das Militär informiert ein „Legions-Schnellkurs“ knapp über die Geschichte der römischen Armee bis zu der entscheidenden augusteischen Neuordnung mit dem Aufbau eines stehenden Heeres. Doch steht die historische Entwicklung der Armee nicht im Vordergrund des Buches. Vielmehr werden alltägliche Fragen an das Leben eines Soldaten, seinen Werdegang, den Aufbau von Legionen, Ablauf von Schlachten und den Gebrauch der Waffen beantwortet. Dabei kommen auch viele bekannte Persönlichkeiten wie Caesar, Sueton, Trajan oder Horaz zu Wort. Die Zitate zeugen von der sorgfältigen Beschäftigung Matyszaks mit dem Quellenmaterial, da nicht die allseits bekannten Textauszüge Erwähnung finden, sondern vor allem Alltagsbeschreibungen oder Militärweisheiten.
Kennzeichnend für das Buch ist die betont lockere Sprache des Autors. Mit witzigen Andeutungen, historischen Rückblenden und humorvoll eingestreuten Informationen erweckt der Historiker die knapp 2.000 Jahre zurückliegende Zeit des römischen Soldatenalltags wieder zum Leben. Es ist dem Geschmack eines jeden Lesers überlassen, ob ihm die teilweise scherzhafte und ironische Ausdrucksweise des „ultimativen Karriereführers“ zusagt. Während zahlreiche Abbildungen einzelne Aspekte aus dem Text detailreich visualisieren, ist fraglich, ob die Menge an Infokästen und „Checklisten“ notwendig ist oder eher irritiert. Zweifellos sorgt die enorme Fachkenntnis Matyszaks schon im Fließtext für viele erhellende Momente beim Leser. Ohne seine Methode offen zu legen, verbindet der Autor politische Ereignisse und Prozesse mit kultur- und sozialhistorischen Erkenntnissen und amüsanten Anekdoten. Matyszak gelingt es zudem, in seiner kurzweiligen Sprache manche bis heute gängige Missverständnisse und Vorurteile zu korrigieren. Ein Glossar, eine Karte und ein Literaturverzeichnis ordnen die Schilderungen ein und ermöglichen eine vertiefende Beschäftigung mit dem Thema.
Rezension: Philipp Meller




