Im Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit gehören heutzutage die Begriffe „Römer“ und „Luxus“ untrennbar zusammen. Unser kollektives Gedächtnis ist von Vorurteilen geprägt – bis hin zu den Darstellungen in den „Asterix“-Heften: „Die Römer“ wohnen in Marmorhäusern, feiern Orgien und gehen in den Zirkus. Dabei wird meistens übersehen, dass diese so hartnäckig verbreiteten Vorstellungen von römischem Luxus Klischees einer Lebensweise sind, die in der antiken Gesellschaft bestenfalls für eine winzige Oberschicht zutreffend war.
Ungeachtet dessen bezeugen antike Schriftquellen und vor allem archäologische Funde einen Lebensstandard der Römerzeit, der selbst uns heutigen Wohlstandsbürgern bemerkenswert erscheint. Auch im römischen Deutschland, in der äußersten Grenzzone des Römischen Reichs, ist bisweilen ein gehobener Lebensstandard nachzuweisen, der zu Recht Erstaunen hervorruft. Dabei darf man aber nicht davon ausgehen, dass damals alle Römer diesen aufwendigen Lebensstil pflegten.
Man muss vielmehr zwischen Zeugnissen von gehobenem Lebensstandard oder sogar von Luxus bei verschiedenen Gruppen der römischen Gesellschaft unterscheiden: Zum einen traten die Angehörigen der stadtrömisch-italischen Oberschicht hervor, die der Dienst beim Militär und in der Verwaltung nur zeitweise in die unwirtlichen Grenzregionen verschlagen hatte, bevor sie wieder nach Rom und Italien zurückkehrten. Zum anderen waren es die lokalen Notabeln keltischer und germanischer Herkunft, die im Lauf der Zeit durch den Kontakt mit der römischen Kultur zu Römern geworden waren und dann, wenn sie es sich finanziell leisten konnten, ebenfalls am römischen „Luxus“ teilhaben wollten. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 07/2013.
Prof. Dr. Thomas Fischer




