Künftig können Ärzte in ihrer Praxis in nur 20 Minuten eine Blutvergiftung (Sepsis) diagnostizieren. Bisher dauerte das viel länger, da eine Blutprobe ins Labor eingeschickt und dort untersucht werden musste.
Jetzt haben Forscher des Fraunhofer-Instituts für Physikalische Messtechnik IPM in Freiburg einen Biochip entwickelt, der das Labor überflüssig macht. Er ist in ein spezielles Gerät integriert, das in der Probe zunächst die roten Blutkörperchen vom Blutplasma trennt und dieses dann auf den Chip leitet. Der Biochip erkennt dann, ob das Immunsystem bestimmte Proteine ausgebildet hat, die typisch für eine Abwehrreaktion gegen Sepsis sind.
Das Verfahren wäre eine große Hilfe, da es für das Überleben der Patienten entscheidend ist, dass die Blutvergiftung rasch erkannt und behandelt wird. Nach Schätzungen von Medizinern erleiden jeden Tag über 400 Menschen in Deutschland eine Sepsis. Jeder dritte stirbt daran.
Die neue Methode ist außerdem sehr preisgünstig. Der Chip kann zwar nur einmal verwendet werden, doch wenn er in ausreichend großer Stückzahl produziert wird, soll er nach Angaben der Fraunhofer-Forscher nur etwa einen Euro kosten.





