Als Richard Wagner am 22. Mai 1813 in Leipzig zur Welt kommt, hat Napoleon gerade bei Bautzen einen Sieg errungen, wird aber im Herbst desselben Jahres in der Völkerschlacht bei Leipzig eine entscheidende Niederlage erleiden. Und so wächst der kleine Richard in der Zeit des „Vormärz“ auf – jener Epoche vor der bürgerlichen Revolution von 1848/49, in der sich tendenziell zwei politische Lager gegenüberstehen: Das konservative Lager setzt sich, mit den „Karlsbader Beschlüssen“ von 1819 im Rücken, für die Beibehaltung der alten monarchischen Ordnung und des restaurativen Obrigkeitsstaats ein, während das fortschrittliche Lager darauf dringt, dass das Volk die Früchte der Befreiungskriege ernten möge, also an der Macht in Staat und Gesellschaft beteiligt werden müsse.
Der junge Wagner nahm an den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen regen Anteil und schlug sich auf die Seite des Fortschritts. Als Gymnasiast verdiente er sich bei seinem Schwager Friedrich Brockhaus das Taschengeld mit der Korrektur der neuen Auflage von Karl Friedrich Beckers „Weltgeschichte für Kinder und Kindeslehrer“: „Nun lernte ich zum ersten Male das Mittelalter und die Französische Revolution genauer kennen, da in die Zeit meiner Korrekturarbeiten gerade der Druck derjenigen beiden Bände fiel, welche diese verschiedenen Geschichtsperioden enthielten“, notierte Wagner später. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 05/2013.
Prof. Dr. Martin Geck




