Ich liebe diese Bäume oder vielmehr alle Bäume. Sie können sich daher vorstellen, wie ich mich fühle, wenn in den Nachrichten Jahr für Jahr über immer größere und immer verheerendere Waldbrände berichtet wird. Mir kommen jedes Mal fast die Tränen.
Doch dann versuche ich, mich wieder daran zu erinnern, dass jedem Ende auch ein neuer Anfang innewohnt – ein Sprichwort, das für die Riesenmammutbäume in Kalifornien ganz besonders zutrifft. Denn die überraschend kleinen Zapfen dieser Kolosse geben ihre Samen nur in einer ganz bestimmten Situation frei: wenn sie von den heißen Flammen eines tobenden Waldbrandes ausgetrocknet werden.
Obwohl in den vergangenen Jahren etwa ein Fünftel der kalifornischen Mammutbäume großen Feuern zum Opfer gefallen ist, findet man daher inzwischen in einigen der verbrannten Gebiete frische Jungpflanzen. Allerdings bei Weitem nicht in allen. Außerdem sind es insgesamt deutlich weniger Jungpflanzen, als nach Ansicht einiger Forscher für den Fortbestand der Wälder erforderlich wären. Tatsächlich ist die Beunruhigung darüber so groß, dass der National Park Service inzwischen seine ungeschriebene Regel der Nichteinmischung gebrochen und in einigen stark verbrannten Gebieten Setzlinge von Hand gepflanzt hat.
Andere Wissenschaftler und Umweltschützer lehnen dies entschieden ab. Sie sind der Meinung, dass die Anzahl der Jungpflanzen typisch für das Gebiet ist und der Mensch nicht eingreifen sollte. Sie haben sogar eine Klage gegen den National Park Service eingereicht. In der Zwischenzeit pflanzt der Parkdienst weiterhin neue Bäume.
Eine Gruppe, die sich „PropagationNation“ – zu Deutsch etwa „Ausbreitungs-Nation“ nennt, behauptet unterdessen, dass das Problem schlimmer sei als nur Waldbrände, weil das kalifornische Klima mit dem fortschreitenden Klimawandel für die Baumriesen immer stressiger werde. Sie befürworten daher eine „unterstützte Migration“. Das heißt, sie wollen im Nordwesten der USA, in der Gegend um Seattle, Riesenmammutbäume pflanzen und ansiedeln.
Tun oder nichts tun, das ist hier die Frage
Offenbar scheint die Frage, ob die Wälder unsere Hilfe brauchen, in einigen Fällen äußerst schwierig zu beantworten zu sein. Dass das Klima sich verändert, ist ganz normal. Aber die Geschwindigkeit, mit der wir derzeit das Klima verändern, ist beispiellos. Wir wissen nicht, welche Arten in der Lage sein werden, sich anzupassen und gut zurechtzukommen, und welche nicht. Es ist sogar noch unklarer, was wir dagegen tun sollten – oder ob wir damit alles nur noch schlimmer machen. Und es ist ja nicht so, dass wir Menschen eine großartige Erfolgsbilanz haben, wenn es darum geht, das Richtige zur richtigen Zeit zu tun, oder?





