Dasselbe müsste eigentlich passieren, wenn wir unseren Kopf – oder auch nur unsere Augäpfel – schnell oder sogar ruckartig von einem betrachteten Objekt zu einem anderen bewegen. Doch das ist bekanntermaßen nicht so. Vielmehr bleibt für uns auch bei sehr raschen Blickrichtungswechseln stets alles gestochen scharf. Das liegt daran, dass der Sehnerv während der schnellen Augenbewegung die Übertragung der visuellen Informationen kurzerhand unterbricht. Das Gehirn friert gewissermaßen das zuletzt gesehene Bild ein und lässt uns erst wieder scharf sehen, wenn wir das nächste Objekt fixieren. Eine solche ruckartige Bewegung der Augäpfel, um nach einem betrachteten Objekt sehr schnell ein anderes zu erfassen, bezeichnet man als „Sakkade“. Und das Phänomen, dass wir dabei für den Bruchteil einer Sekunde faktisch blind sind, heißt „sakkadische Suppression“.





