Es sieht aus wie ein kleiner kegelförmiger Fruchtgummi, ist etwa zehn mal zehn Millimeter groß und elastisch: ein neuartiges Implantat, das es Patienten mit chronischen Knorpelschäden im Knie ermöglichen soll, wieder schmerzfrei zu laufen. Ein Team um Michael Jagodzinski und Christian Krettek von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat jetzt den Kunstknoprpel erstmals transplantiert. Operiert wurde ein 62-jähriger Patient.
Allein in Deutschland leiden rund 2,5 Millionen Menschen an solchen Knorpelschädigungen im Knie. Herkömmliche Implantate haben den Nachteil, dass sie sich nach einiger Zeit wieder lockern und ein erneuter Eingriff nötig ist. Das an der MHH verwendete Stück Kunstknorpel, das in den geschädigten Knieknorpel eingepresst wird, sorgt dort durch seine konische Form für einen festen Halt. Mit der Zeit bildet sich um das Implantat eine Schicht aus Bindegewebe, die es weiter stabilisiert.
Durch das Implantat, das zu 80 Prozent aus Wasser und zu 20 Prozent aus Polyvinylalkohol (PVA) besteht, kann der Patient inzwischen sogar wieder Ski fahren. Die Mediziner weisen darauf hin, dass sich der Kunstknorpel vor allem für über 50-jährige eignet, die einen lokalisierten Knorpelschaden oder eine begrenzte Arthrose haben.





