Schon rein optisch zeigt sich der Weg, den die Grünen seit den 1980er Jahren genommen haben: handgestrickte Aufmüpfigkeit damals, gediegen-elegante Bürgerlichkeit heute. Früher Männer mit struppigen Bärten und Frauen mit weiten Pullovern, heute das staatsmännische Auftreten der etablierten grünen Amtsträger, seien es der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn oder die von der Basis zu Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013 gewählten Politiker Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin.
Noch recht nüchtern war das Presseecho, als am 30. September 1979 in Baden-Württemberg der erste Landesverband der Grünen gegründet wurde: „Die Parteienlandschaft in Baden-Württemberg ist farbiger geworden: Etwa 700 Anhänger der ökologischen Bewegung haben am Sonntag in Sindelfingen die Landespartei ,Die Grünen‘ aus der Taufe gehoben“, kommentierte die „Stuttgarter Zeitung“. Die Bundespartei „Die Grünen“ wurde wenig später, im Januar 1980, auf dem Parteitag von Karlsruhe gegründet.
Bereits drei Jahre darauf schaffte die junge Partei den Sprung in den Bundestag. Bei der Wahl am 9. März 1983 erreichten die Grünen 5,6 Prozent. Voraussetzung dafür waren auch die frühen Erfolge, die die Grünen noch vor der Parteigründung als Wahlgruppierung hatten. Beispielsweise erreichten sie bei der Europawahl 1979 bundesweit 3,2 Prozent der Stimmen, in Baden-Württemberg sogar 4,5 Prozent. Die Wahlkampfkostenerstattung von fast fünf Millionen Mark erlaubte erst den Aufbau einer richtigen Parteiorganisation. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 03/2013.
Prof. Dr. Hans-Georg Wehling




