Keine Sorge, der erste Absatz soll genauso sein! Er wurde nicht von mir geschrieben, sondern von einem Algorithmus, genannt „Peter Wimpeltausch“, verfasst, und er demonstriert gut, wie schlecht eine Künstliche Intelligenz funktionieren kann. Oder er demonstriert schlecht, wie gut eine Künstliche Intelligenz arbeitet, je nachdem wie man es betrachten möchte. Auf jeden Fall aber ist er das Resultat einer „Markow-Kette“. Das ist ein mathematischer Prozess, der als Input jede Menge Daten benötigt. Daraus berechnet er, wie wahrscheinlich es ist, dass bestimmte Buchstaben oder Wörter auf andere bestimmte Buchstaben oder Wörter folgen. Dann probiert das Programm, eigene Texte zu formulieren, die den Input-Daten möglichst ähnlich sind. In diesem Beispiel wurde der Algorithmus mit sämtlichen bisher erschienenen Science-Busters-Kolumnen gefüttert, um einen Text im Stil der Science Busters zu generieren. Der erste Absatz ist das Ergebnis.
Nun ja. Es werden überraschend oft Pinguine erwähnt, und die sind tatsächlich immer wieder Teil unserer Arbeit (wegen ihrer aus wissenschaftshumoristischer Sicht sehr originellen Methoden, mit ihren Ausscheidungsprodukten zu verfahren). Die Forderung „Energiedichter werden“ ließe sich vermutlich mit etwas Mühe zu einer Pointe für unser aktuelles Bühnenprogramm „Global Warming Party“ umarbeiten. „Erdachsener menschlichert, weil sie sich dort dem Vollmond geschnitt“ klingt allerdings weniger nach Science Busters, sondern eher nach den Nonsens-Gedichten von Lewis Carroll – sofern man den wirren Text des Algorithmus überhaupt irgendwie vernünftig interpretieren kann.
Lieber nichts tun, als einen Fehler zu machen
Genau das ist das Problem, das man heute immer noch mit der Künstlichen Intelligenz hat. Sie kann zwar sehr viel schlauer sein als wir Menschen, aber das unter Umständen auf eine wirklich doofe Art und Weise. Ein Beispiel: Ein Algorithmus sollte lernen, ein Computerprogramm zu schreiben, mit dem man eine Liste von Zahlen sortieren kann. Und man wollte vermeiden, dass das Programm zu viel Speicherplatz oder Rechenleistung benötigt. Also bestrafte man die Künstliche Intelligenz, wenn das der Fall war. Das Resultat: Der Algorithmus lernte, der Strafe zu entgehen, indem er ein Programm schrieb, das gar nichts macht. Das löste zwar die gestellte Aufgabe nicht, verursachte aber auch keine Bestrafung. Ein anderer Algorithmus lernte dagegen einfach, die Liste der zu sortierenden Zahlen zu löschen. Denn wenn keine unsortierten Daten da sind, muss auch nichts mehr geordnet werden, und die Aufgabe ist per Definition ohne Aufwand lösbar.
Lieber nichts tun, als vielleicht einen Fehler zu machen, ist durchaus menschlich. Genauso, wie man es einem Menschen durchaus zutrauen würde, ein Problem so zu manipulieren, dass eine Lösung unnötig erscheint. Aber den Algorithmen kann man keine menschliche Motivation unterstellen. Solange wir zu dumm sind, ihnen vernünftig beizubringen, intelligent zu sein, können sie kaum anders als zu scheitern.





