Danach ging es wechselvoll weiter: Immer wieder starben massenhaft Lebewesen aus, es entwickelten sich neue Arten – und ein neues Erdzeitalter brach an. Paläontologe Peter Ward und Co-Autor Joe Kirschvink unterscheiden zehn einschneidende Katastrophen. Vor 2,5 Milliarden Jahre ging es los: Blaualgen sorgten für einen plötzlichen Anstieg des Sauerstoffs auf der Erde, der für praktisch alle anderen damaligen Mikroorganismen “ein tödliches Gift” darstellte. Zugleich vereiste der Erdball von den Polen bis zum Äquator. “Schnellball-Erde” hat Joe Kirschvink dieses Phänomen getauft. Es sollte sich noch mehrfach wiederholen.
Spätere Katastrophen waren Treibhausgasen wie Kohlendioxid oder Methan geschuldet. Auch beim Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren spielte der Treibhauseffekt eine Rolle – in Zusammenhang mit oder unabhängig von dem bekannten Meteoriten-einschlag, der den Chicxulub-Krater in Mexiko hinterließ. Das zehnte Massenaussterben erleben wir gerade, postulieren die Autoren: Es ist eine Folge gravierender Klimaänderungen seit dem Ende der letzten Eiszeit, aber zu großen Teilen auch menschgemacht.
Um die ersten Kapitel zu verstehen, muss man zwar Grundkenntnisse in Chemie und Physik mitbringen, doch die Lektüre lohnt sich: Man staunt, wie exotisch und wie anders das Leben auf unserer Erde früher war.





