Vor ein paar Jahren ging eine erstaunliche Meldung durch die Presse: Eine Frau in Schottland hatte gerochen, dass ihr Mann krank war. Und zwar lange bevor er selbst an sich etwas Ungewöhnliches entdeckt oder irgendwelche Symptome gezeigt hatte. Zur Gewissheit wurde ihre Vermutung, als die beiden gemeinsam ein Parkinson-Meeting besuchten. „Die meisten Anwesenden strömten genau dasselbe Aroma aus wie mein Mann“, erzählte die Frau später. „Einen starken Moschusgeruch, der an ein Tier erinnerte.“ Als sie einem Arzt der Universität von Edinburgh von ihrer Entdeckung erzählte, machte der mit ihr einen Test: Sie bekam zwölf benutzte T-Shirts, um daran zu schnuppern. Sechs davon waren zuvor von Parkinson-Patienten getragen worden, sechs von gesunden Freiwilligen. Und tatsächlich: Die Frau erkannte treffsicher alle T-Shirts der erkrankten Personen und schloss von den anderen fünf als eindeutig gesund aus. Beim sechsten war sie sich nicht ganz sicher, glaubte aber den verräterischen Duft – wenn auch sehr schwach – ebenfalls zu erschnuppern. Kurz darauf wurde auch bei dieser Person Parkinson diagnostiziert.
Auch etliche andere Krankheiten erzeugen einen charakteristischen Geruch. Das liegt daran, dass in ihrem Verlauf flüchtige Stoffwechselprodukte entstehen, die mit Atem und Schweiß ausgeschieden werden und ein typisches Aroma entfalten. Diese Substanzen variieren je nach Alter, Ernährungsweise und Gesundheitszustand. Auch die in unserem Darm und auf der Haut lebenden Mikroben beeinflussen unseren individuellen Körpergeruch.





