Auch etliche andere Krankheiten erzeugen einen charakteristischen Geruch. Das liegt daran, dass in ihrem Verlauf flüchtige Stoffwechselprodukte entstehen, die mit Atem und Schweiß ausgeschieden werden und ein typisches Aroma entfalten. Diese Substanzen variieren je nach Alter, Ernährungsweise und Gesundheitszustand. Auch die in unserem Darm und auf der Haut lebenden Mikroben beeinflussen unseren individuellen Körpergeruch.
So riecht etwa die Haut eines Rheumatikers säuerlich und die eines Tuberkulosekranken ranzig-stechend. Menschen, die an einer chronischen Darmkrankheit leiden, können einen fauligen Geruch ausströmen, während der Atem diphtheriekranker Kinder eher süßlich duftet. Nierenkranke riechen im Endstadium ihres Leidens nach Urin und Typ-1-Diabetiker nach verrotteten Äpfeln beziehungsweise Azeton. Müffelt die Haut unangenehm faulig, so deutet das nicht selten auf ein schweres Leberleiden hin, während sich eine Lungenentzündung oft durch moderig riechenden Atem bemerkbar macht. Auch dem Mund von Scharlachpatienten entströmt häufig ein Geruch nach Fäulnis, während die Körperausdünstungen bei Typhus eher angenehm nach frisch gebackenem Brot duften. Das klingt zwar irgendwie kurios, ist aber alles andere als banal. Manche Wissenschaftler glauben nämlich, dass wir bestimmte Krankheiten, etwa einige Krebsformen, bereits im Frühstadium erkennen könnten – wenn wir nur genau wüssten, welch spezielles Aroma sie ausströmen.
Allerdings sollte man mit übereilten Schlüssen vorsichtig sein, da auch die Haut gesunder Menschen, deren Körperpflege zu wünschen übrig lässt, eine Vielfalt unangenehmer Aromen – man denke nur an den säuerlich-ranzigen Geruch alten Schweißes – verbreiten kann. Wobei der Schweiß zunächst eigentlich geruchlos ist. Der Geruch entwickelt sich erst, wenn Bakterien die im Schweiß enthaltenen Stoffe wie Harnstoffe und Milchsäure zu flüchtigen Fettsäuren und Aminen zersetzen.





