„Aber man kann doch mühelos fühlen, ob etwa ein Hemd trocken oder nass ist“, werden Sie einwenden, „und zwar unabhängig davon, ob man es am Leib trägt oder in Händen hält.“ Schließlich kennt wohl jeder, den mal ein Regenguss „bis auf die Haut“ durchnässt hat, das Verlangen, die triefende, sich unangenehm anfühlende Kleidung möglichst schnell gegen trockene zu wechseln. Doch auch hier unterliegt man einem Trugschluss. Denn das klamme Gefühl hat mit der Feuchtigkeit unmittelbar nichts zu tun, sondern resultiert allein daraus, dass nasser Stoff unsere Körperwärme schneller abtransportiert als trockener. Oder anders ausgerückt: Um das Wasser in der Kleidung zu verdunsten – also vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergehen zu lassen – wird Energie benötigt. Und die wird natürlich zuerst der Haut entzogen, wodurch sie sich abkühlt. Der Fachausdruck für dieses allgemein bekannte Phänomen lautet Verdunstungskälte.





