Gelenkschäden
Wissenschaftlern der Charité-Klinik in Berlin ist es gelungen, mit dreidimensionalen Knorpeltransplantaten Gelenkschäden schnell und schonend zu beheben.
Besonders Sportler erleiden durch Stürze oder Tritte oft Absplitterungen in der glatten Knorpelschicht der Knie. Solche Schäden lassen selbst kleinste Bewegungen zur Qual werden. Seit etwa zehn Jahren können Biotechnologen die Defekte durch eine „ Autologe Chondrozyten-Transplantation” beheben. Dazu entnehmen sie aus weniger belasteten Gelenkregionen Knorpelzellen (Chondrozyten) und vermehren sie im Labor. Vier bis sechs Wochen später wird in einer zweiten Operation der Zuchtknorpel genutzt, um die Knorpelabsplitterung zu „kitten”.
Um die Zellen an Ort und Stelle zu halten, mussten sie bisher durch ein Stück Knochenhaut überdeckt werden, das die Chirurgen aus dem Schienbein entnahmen. Dieser Schritt kann nun entfallen. Denn wenige Tage vor der Operation betten die Wissenschaftler die gezüchteten Knorpelzellen mithilfe eines Fibrinklebers in ein spezielles Vliesgewebe ein. Dieses wird dann in den Knorpeldefekt eingenäht. Weiterer Vorteil: Eine offene Operation ist nicht mehr erforderlich, stattdessen kann der Transfer per „ Schlüsselloch-Chirurgie” erfolgen. Nach einem Jahr hat der Körper das Vlies abgebaut, und die Zellen haben sich zu einem natürlichen Knorpelverband geschlossen.
Thomas Willke





