Ein neuartiger Knochenzement kann schmerzhafte Wirbelbrüche als Folge einer Osteoporose-Erkrankung schnell und unkompliziert beheben. Bei Osteoporose-Patienten verlieren nicht nur die Oberschenkelhälse an Stabilität, sondern auch die Wirbelsäule. Die einzelnen Wirbelkörper sacken in sich zusammen oder brechen ein. Die Folgen sind Rückenschmerzen und Haltungsschäden, aber auch Leistungseinbußen, weil die Atmung behindert ist. Bisher werden die Wirbel vor allem durch Metallverbindungen operativ stabilisiert. Seit etwa einem Jahr erproben etwa zehn größere deutsche Kliniken ein neues Verfahren, die Kyphoplastie. Dabei richten die Ärzte mithilfe eines Ballons, der sich durch Flüssigkeit ausdehnen lässt, den zusammengesackten Wirbelkörper zunächst wieder auf. Dann spritzen sie durch zwei kleine Stiche rechts und links des betroffenen Wirbels einen flüssigen Kunststoffzement in die Wirbelkörper. Nach kurzer Zeit härtet der Zement aus und verfestigt die Knochensubstanz. Der Eingriff dauert lediglich 30 bis 40 Minuten und wird unter Vollnarkose und Röntgenkontrolle vorgenommen.
Ulrich Fricke





