Was müssen wir tun? Der weltweite Gesamtausstoß an Kohlendioxid (CO2) beträgt derzeit etwa 40 Milliarden Tonnen pro Jahr. Um das Pariser Ziel zu erreichen, müssen wir bis 2050 die 40 Milliarden auf Null reduzieren. Doch in den letzten Jahren ist es immer klarer geworden, dass das Pariser Ziel allein durch Reduktion des CO2-Ausstoßes nicht realisierbar ist. Wir müssen zusätzlich versuchen, schon ausgestoßenes CO2 wieder aus der Atmosphäre zu entfernen.
Die Wissenschaft soll uns retten
Welche Optionen haben wir zur Kohlendioxid-Entfernung, und was können sie erreichen? Erstmal eine offensichtliche Möglichkeit: Bäume pflanzen. Pflanzen nehmen Kohlendioxid aus der Luft auf, wenn sie wachsen, geben es aber wieder zurück, wenn sie absterben oder verbrannt werden. Es geht also darum, die Menge an gesunder Vegetation dauerhaft zu erhöhen. Wie viele Bäume wir dazu brauchen, hängt etwa von der Art des Waldes ab – tropische Wälder binden mehr CO2 als boreale –, aber um die Hälfte unseres Kohlendioxid-Ausstoßes einzufangen, bräuchten wir etwa zehn Millionen Quadratkilometer neuen Wald. Das ist etwa die Fläche der USA oder zweimal die von Europa.
Das Hauptproblem der Baum-Idee ist daher, Platz zu finden. Zwar gibt es auf der Erde noch viele spärlich bewachsene Regionen, allerdings meist deshalb, weil Pflanzen dort schlecht gedeihen.
Auf dem größten Teil der Erdoberfläche gibt es aber weder Menschen noch Bäume, sondern Wasser. Anstatt Bäume zu pflanzen, könnten wir daher Algen mit eisenhaltigen Düngemitteln zum Wachstum anregen – das ist die sogenannte Eisendüngung. Wenn die Algen absterben, so die Idee, sinken sie auf den Meeresboden, wo das CO2, das sie enthalten, Millionen Jahre bleiben könnte. Ob das wie gewünscht funktioniert, ist allerdings unklar, denn es gibt kaum wissenschaftliche Studien dazu. Und es stellt sich auch die Frage, ob die Düngemittel ungewollte Nebenwirkungen auf die Ozeane haben würden.
Das bringt uns zu den technologischen Optionen. Eine ist, organische Abfälle unter Ausschluss von Sauerstoff zu verbrennen. Dabei würde das CO2 der Abfälle gebunden und könnte dann gespeichert werden. Das Problem ist, dass man genug zum Verbrennen haben muss – es müssten also Pflanzen angebaut werden. Und dann stellt sich wieder die Frage, wo wir die Fläche dazu hernehmen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Gesteinsverwitterung, die einen natürlichen Prozess imitiert. Wenn Kohlendioxid einmal in die Atmosphäre gelangt ist, bleibt es dort mit einer Halbwertszeit von einigen Tausend Jahren. Wiederaufgenommen wird es hauptsächlich von manchen Mineralien, die das Gas permanent binden können. Solche Mineralien könnten künstlich hergestellt und dann großflächig ausgestreut werden. Doch es ist unklar, wie und wo sie großflächig verteilt werden könnten.





