Bessere Reissorten und ein effektiver Anbau des Getreides würde nicht nur mehr Menschen satt machen. Auch das Klima der Erde könnte davon profitieren, da aus den Reisfeldern dann weniger Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen. Das schreiben Forscher aus den Niederlanden, Deutschland und den Philippinen im Magazin “Proceedings” (Vorabpublikation) der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften.
Ein großer Teil der Menschheit nutzt Reis als Hauptnahrung. Die Pflanze gewinnt ihre Substanz, indem sie Kohlenstoff aus der Atmosphäre aufnimmt und in den Reiskörnern speichert. Einen gewissen Teil des gebundenen Kohlenstoffs gibt sie jedoch an den Boden der Reisfelder ab, wo ihn Bakterien in Methan umsetzen. Dieses Gas gilt nach Kohlendioxid als das zweitgefährlichste vom Menschen in die Atmosphäre abgegebene Treibhausgas. Aus den Reisfeldern stammen etwa dreizehn Prozent der weltweiten Methanproduktion, schätzen die Forscher.
Speichern die Pflanzen weniger Kohlenstoff in den Körnern, fällt für die Bakterien mehr davon für die Methanproduktion ab. Das belegten die Forscher mit Versuchen in Treibhäusern: Sie drosselten künstlich die Produktivität von Reis, indem sie die Blüten der Pflanzen entfernten. Anschließend beobachteten sie einen Anstieg in der Methanproduktion. Ergiebigere Reissorten, die mehr Kohlenstoff in den Körnern speichern, würden dagegen den Bakterien die Grundlage für die Methanproduktion entziehen, ist der Umkehrschluss der Forscher.
ddp/bdw ? Andreas Wawrzinek





