Amerikanische Wissenschaftler der University of Arizona starten ein aufwändiges Projekt, um die Klimageschichte der Erde zu erforschen. Das Team um Andrew Cohen will Bohrungen auf dem Grund des ostafrikanischen Malawi-Sees vornehmen. Der heute 750 Meter tiefe See entstand vermutlich vor etwa sieben Millionen Jahren. Dort vermuten die Forscher das umfangreichste Klimaarchiv der Erde. Auf dem Grund des Gewässers befindet sich eine dicke Sedimentschicht. Pro Jahr wächst eine „schwarze Zone”: vom Regen ausgeschwemmte Sedimente, die sich am Seeboden absetzen. Während der Trockenzeit wächst darüber eine hellere Schicht aus einzelligen Algen, die in dieser Periode im Malawi-See gedeihen. Aus der Zusammensetzung und genauen Abfolge der Schichten hoffen die Wissenschaftler Spuren der klimatischen Verhältnisse in ferner Vergangenheit herauszulesen. Vor allem wollen die Forscher herausfinden, was die Klimamaschine der Erde antreibt. Für ihre Untersuchungen benutzen sie ein spezielles, neu entwickeltes Bohrsystem. Noch in diesem Sommer sollen die Vorbereitungen beginnen, im Dezember oder im kommenden Januar sind dann die eigentlichen Bohrungen geplant.
Hans Groth





