Als seltenen Glücksfall haben Wissenschaftler der Universität Münster ihre Entdeckung der neuen Säugetierart „Münstersches Meerschweinchen” (Galea monasteriensis) bezeichnet. Die pelzigen Nager, die zur Gattung der Wieselmeerschweinchen gehören, leben in Bolivien. Sie sind etwa 22 Zentimeter groß, wiegen rund 300 Gramm und haben ein rötlich-graues Fell. Die Münsteraner Biologen um Norbert Sachser sind durch Zufall auf die neue Art gestoßen. Vor sechs Jahren hatten sie zwölf Tiere aus Bolivien geholt und wollten sie mit ihren eigenen Wieselmeerschweinchen kreuzen, um Inzuchtprobleme zu vermeiden. Doch es stellte sich kein Nachwuchs ein. Als die Forscher die bolivianischen Nagetiere näher untersuchten, stellten sie fest, dass diese sich unter anderem im Erbgut und im Knochenaufbau von bisher bekannten Arten unterschieden. Außerdem leben die Münsterschen Meerschweinchen streng monogam – dies tun nur 3 bis 5 Prozent der weltweit rund 4250 Säugetierarten. Jetzt wollen die Wissenschaftler untersuchen, welche Faktoren zur Monogamie der Tiere geführt haben.





