Eine Wasserschlangenart, die in Mangrovenwäldern bei Singapur lebt, hat eine patente Methode erfunden, ihre Beute in appetitlich kleine Häppchen zu zerteilen, statt sie einfach vollständig herunterzuwürgen. Wenn Gerarda prevostiana eine Krabbe erwischt, hält sie sie mit dem Maul fest, bildet mit ihrem langen Körper eine Schlinge und schiebt den Kopf hindurch. Die Krabbe steckt nun in diesem Knoten fest, und die Schlange kann ihr Bein für Bein einzeln ausreißen und schlucken. Dank dieser „ Erfindung” können die Schlangen Krabben fressen, die etwa zehnmal größer sind als sie selber. Die Räuber jagen allerdings nur Tiere, die sich gerade gehäutet haben, deren neuer Panzer also noch weich ist. Harte Krabbenpanzer können die Reptilien mit ihrem Trick nicht knacken.
Hans Groth





