König beginnt mit den historischen Voraussetzungen der Konsumgesellschaft. Detailliert legt er dar, wie sich die Lebensumstände der arbeitenden Bevölkerung gewandelt haben: heute verfügen viele Menschen über ein höheres Einkommen und mehr Freizeit. Dies wiederum macht den Massenkonsum überhaupt erst möglich.
Sechs Konsumfelder greift König heraus: Ernährung, Bekleidung, Wohnen, Sexualität, Mobilität und Massentourismus sowie Unterhaltung und Vergnügen. Ausführlich stellt er dar, welche spezifischen historischen Entwicklungen den Konsum in den jeweiligen Bereichen geprägt haben. Stets behält der Autor den Vergleich zwischen den USA, sozusagen dem Mutterland der Konsumgesellschaft, und Deutschland im Blick.
So zeigt König etwa, wie sich die heutige Fast-Food-Gesellschaft entwickelt hat. Lebensmittelindustrie und Gastronomie passten sich den Arbeitsbedingungen in der Dienstleistungsgesellschaft an. Der moderne Angestellte ist mobil und hat wenig Zeit, dafür aber mehr Geld. Die passende Antwort auf diese Lebensweise: Fertiggerichte und Schnellrestaurants. So wird heute in den eigenen vier Wänden ein „TV-Dinner“ aus der Mikrowelle eingenommen; speist man auswärts, geht es in eines der weltweit einheitlichen Fast-Food-Restaurants mit Drive-in-Schalter. Wie so oft spielten die USA hier die Vorreiterrolle. Dennoch haben sich nationale Eigenheiten bewahrt. Während der Amerikaner am liebsten in seinen Burger beißt, gönnt sich der Deutsche gern auch einmal eine Currywurst.
Weiterhin beschäftigt sich König mit der Manipulation der Konsumenten durch die Wirtschaft. Diese bediene sich sogenannter Konsumverstärker. Dazu zählen etwa Moden genauso wie Werbung oder Produktdesign. Außerdem gibt er einen Ausblick auf die Grenzen und Risiken der Konsumgesellschaft und lässt ihre Kritiker zu Wort kommen. Dabei belässt es der Autor selbst bei einer angenehmen Objektivität und nähert sich seinem Thema kritisch, aber stets sachlich.
Rezension: Jan Müller




