Die Erde sah in den ersten 200 Millionen Jahren nach ihrer Entstehung ähnlich aus wie heute ? mit großen Ozeanen und festen Kontinenten. Sie war keineswegs eine Wüste heißen Gesteins. Das sagen Wissenschaftler, die mehr als vier Milliarden Jahre alte Mineralien mit einem neu entwickelten Messgerät untersucht haben.
Mit dem neu entwickelten Messgerät bestimmten die Forscher die Kristallisationstemperatur von Zirkonkristallen aus Westaustralien. Zirkonkristalle sind die ältesten bekannten Materialien der Erde und sind 400 Millionen Jahre älter als die ältesten bekannten Gesteine. Sie geben deshalb einen guten Einblick in die früheste Zeit der Erdgeschichte und wurden bereits dazu genutzt, um die Entstehung und Bewegung der Kontinente und Ozeane zu datieren.
Die Messungen der Forscher ergaben, dass sich die Zirkonkristalle bei Temperaturen von ungefähr 700 Grad Celsius gebildet hatten. Das bedeutet, dass die Erde etwa 200 Millionen Jahre nach ihrer Entstehung feucht und womöglich sogar von Ozeanen bedeckt war, erklären die Forscher. Dies steht im Gegensatz zur Meinung der meisten Wissenschaftler, nach der auf jungen Planeten eine extrem heiße, unwirtliche Umgebung herrschte.
Bereits vor 4,35 Milliarden Jahren bildeten sich demnach Kontinentalplatten heran. Die neuen Erkenntnisse über die nassen Bedingungen auf der frühen Erde zeigen, dass bereits sehr früh Lebewesen hätten entstehen können, sagen die Forscher.
E. Bruce Watson
( Rensselaer Institut für Polytechnik, Troy) und Timothy Harrison ( australische Nationaluniversität, Canberra): Science, Bd. 308, S. 841
ddp/wissenschaft.de ? Katharina Schöbi





