Es ist Unsinn, diese Technik („Social Freezing”, das Einfrieren von Eizellen, Anm.d.Red.) als emanzipatorische Leistung darzustellen. Die biologische Fähigkeit eines Mannes, auch noch im hohen Alter Spermien zu produzieren, steht in krassem Missverhältnis zu der Leistung einer Frau, ein Kind auszutragen. Aus medizinischen Gründen gestehe ich beiden Geschlechtern eine Konservierung ihres Erbgutes vorbehaltlos zu.
Meine Kinder wurden aus bedingungsloser Liebe und dem daraus entwachsenen Fortpflanzungswunsch gezeugt. Dabei spielten weder Karrierewünsche der Eltern noch die Aussicht auf finanzielle Einbußen irgendeine Rolle. Nun wird den Frauen vorgegaukelt, mit dieser Methode eine sinnvolle Planung ihres Lebens zu ermöglichen. Ich halte dies für eine dreiste Lüge. Ach so fürsorgliche Arbeitgeber formen ihre Mitarbeiter um ihr Unternehmen herum, passen sie ein. Sollte sich dann doch der Karriereverlauf zögerlicher entwickeln als geplant, steht ja als Alternative noch immer eine Leihmutter bereit.
Warum wird nicht die Arbeitswelt an die Familien angepasst? „ Geht nicht”, habe ich noch nie akzeptiert. „Will nicht”, wäre die ehrlichere, aber letztendlich asoziale Antwort.
Ich weiß nicht, wie ich über meine Eltern denken würde, hätten sie mir als Grund für eine (sehr) späte Schwangerschaft Karriereaspekte genannt. Ich sehe die sehr große Gefahr, dass auf Social Freezing ein Social Ice Age folgt.
Harald Sewcz, per E-Mail
Ich halte nicht sehr viel davon. Für mich ist es in Ordnung, wenn aufgrund einer Erkrankung eine Schwangerschaft aktuell nicht in Frage kommt, beispielsweise eine Krebserkrankung mit geplanter Chemotherapie.
Schwangerschaften in höherem Alter führen zu neuen Problemen. Man hat nicht mehr die Agilität wie als 30-Jährige. Ich habe mein zweites Kind mit 35 bekommen. Meine Tochter wirft mir vor, dass ich zu alt sei: Sie würde sich in der Schule schämen, da ich die älteste Mutter in der Klasse bin. Sie hat mir sogar verboten, sie von der Schule abzuholen.
Susanne Furlan, per E-Mail
Den Kinderwunsch nur zu verschieben, weil die Karriere Vorrang hat, halte ich für falsch. Sinnvoll wäre es, durch politische Entscheidungen zu bewirken, dass die Frauen nach der Mutterschaft ihre Karriere ungebrochen fortsetzen können.
G. Fricke, per E-Mail
Ihre Meinung ist gefragt
Leserforum in Heft 11/14: Mitgefühlstraining für Psychopathen
Ob ich mitgefühlstrainierte Psychopathen freilassen würde? Wenn diese nur mit Neurofeedback trainiert sind, wahrscheinlich eher nicht, obwohl ich das Neurofeedback-Training für ADHS-Klienten empfehle und auch Erfolge erlebt habe. Aber wenn andere Techniken und Tests angewandt werden, vielleicht schon.
Was ich mich eher frage – als Anregung für Niels Birbaumer oder Nachfolge-Forscher und -Tester: Habt Ihr schon mal daran gedacht, dass es Übungen gibt, die Einfühlungsfähigkeiten trainieren? Die könnten dann auch im Labor respektive in Therapiesituationen getestet werden, um zu prüfen, ob mehr Einfühlungsfähigkeit erreicht wurde.
Carlos W. Schenkel, per E-Mail
Spaß muss sein!
Denkzettel, Heft 10/2014
Wie wahr ist der Artikel von Hans Schmidt (über Rechtscheibprobleme heutiger Schüler, Anm. d. Red.)! Es fehlt nur noch ein letzter Absatz:
„Und dann kommt die Stunde der Wahrheit, die Bewerbung um eine Arbeitsstelle. Nichtssagend und freundlich ist die Antwort, dass man sich für einen anderen Bewerber entschieden habe. Von mangelnder Rechtschreibung und Grammatik wird nichts erwähnt, sodass der Bewerber nie erfährt, warum sein Schreiben im Papierkorb gelandet ist. Vielleicht sagt es ihm einmal ein verständiger Freund. Aber dann ist das Selbstbewusstsein meist schon angegriffen.”
Es ist kein großzügiges Verständnis, das den Beschwichtigern die Feder führt, sondern feige Liebedienerei, die nichts als schwere Enttäuschungen produziert.
Detlev J. Piltz, per E-Mail
Forscher fordern die Abdruckgarantie
Heft 11/2014
Herzlichen Dank für den Artikel. Ich halte es schon lange für bedauerlich, dass die Bewertung eines Forschers zu sehr von der Zahl der Veröffentlichungen und deren Datum abhängig gemacht wird. Vielfach kommt dabei die inhaltliche Bewertung zu kurz. Das führt leider zu einem regelrechten Wettlauf zwischen konkurrierenden Forschern. Darunter leidet oft die Sorgfalt hinsichtlich der Genauigkeit der recherchierten Daten und deren Bestätigung durch nachvollziehbare Versuche.
Die Bezeichnung „Registered Report” wäre ein wichtiger Hinweis. Er sollte ergänzt werden mit einem Hinweis auf eventuell fehlende Versuche zur Bestätigung. Trotzdem könnte der Artikel bei der späteren Vergabe von Ehrungen für die Prioritätenfindung nützlich sein. Ich denke hier an Einstein und seine Relativitätstheorie, die auch Jahre brauchte, bis sie durch Versuche bestätigt wurde.
Dr.-Ing. Kurt Honrath, per E-Mail





