Sie berichten in der Rubrik „Plus und Minus” über die Langzeitstudie der Duke University in Durham zum Thema Cannabiskonsum. Sie schreiben: „Es zeigte sich, dass bei denjenigen, die regelmäßig und häufig Cannabis zu sich genommen hatten, der IQ um durchschnittlich sechs Punkte gesunken war. Hatte der Drogenkonsum bereits vor dem 18. Geburtstag begonnen, war der IQ sogar um durchschnittlich acht Punkte gesunken. […] Ein weiterer Befund: Die Schäden fallen umso geringer aus, je später der Cannabiskonsum begonnen hat.”
Das ist so nicht ganz richtig, weil es vermittelt, dass der regelmäßige und häufige Cannabiskonsum grundsätzlich zu einer dauerhaften Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten führe. In der Pressemitteilung der Duke University können Sie lesen, dass der Konsum von Cannabis bei Heranwachsenden einen irreversiblen, durchschnittlichen Verlust von acht IQ-Punkten nach sich zieht. Was Sie aber verschwiegen (oder nur angedeutet) haben, ist die Tatsache, dass diese Beeinträchtigung bei Personen nicht festzustellen war, die erst als Erwachsene mit dem Cannabiskonsum begonnen haben.
Deshalb könnte die Überschrift über Ihrem Artikel auch lauten: „Kiffen führt zu keinen nachweisbaren kognitiven Beeinträchtigungen bei Erwachsenen.” Die Mitteilung der Duke University können Sie nachlesen unter http:// today. duke.edu/2012/08/ potiq.
Hierbei zeigt sich wieder das typische Muster, dass die Risiken des Cannabiskonsums hervorgehoben und gleichzeitig die positiven Aspekte unter den Tisch gekehrt werden. Jede Medaille hat nun mal zwei Seiten. Man sollte sich nicht darauf beschränken, nur eine Seite zu beachten und die andere zu ignorieren.
Thomas Kayczuck, per E-Mail
In Sachen psychoaktiver Substanzen ist Aufklärung über die Folgen unabdingbar. Das gilt jedoch nicht nur für illegale, sondern auch für legale Drogen. Daher wundert es mich, dass Sie zwar einerseits in diesem Kommentar implizit sagen, eine Legalisierung von Cannabis (das Sie an einer Stelle fälschlich als „Haschisch” synonymisieren) sei der falsche Weg, andererseits aber nicht darauf hinweisen, dass die legale Droge Alkohol ebenfalls massive kognitive Beeinträchtigungen hervorrufen kann. Daher frage ich mich: Wo ziehen Sie den Unterschied zwischen diesen Substanzen?
Dennis Schmolk, per E-Mail
Der 250 000- Euro-Burger
Heft 10/2012
Obwohl es vielleicht praktische Vorteile von synthetischem Fleisch gibt – dass Tiere nicht mehr sterben müssen, gehört sicher nicht dazu. Empfängnisverhütung für alle Tierarten, die jetzt für die Fleischproduktion gehalten werden, ist wohl unpraktisch, und ihre natürlichen Feinde (die auch den Tod bringen würden) werden auch nicht wiederkommen. Also werden diese Tiere irgendwie sterben, wenn ihre Lebensgrundlage sie nicht mehr ernähren kann.
Wie sehr Tiere leiden, die für die Fleischproduktion gehalten werden, hängt davon ab, wie sie gehalten werden. In manchen Fällen sind das Leben und der Tod in guter Haltung sicher besser als in der Natur: Ich würde lieber durch einen Kopfschuss getötet werden als durch einen Löwen.
Phillip Helbig, per E-Mail
Anwendung gesucht
bdw-Nachrichten Heft 10/2012
In dem Artikel über Umstülpkörper wird behauptet, dass es dafür keine technische Anwendung gäbe. Das stimmt so nicht! Paul Schatz hatte aus den Weg-Zeit-Koordinaten eines Umstülpwürfels das Oloid entwickelt, welches als Raumkörper nicht nur ein ästhetisch anmutendes Gebilde darstellt, sondern in der Rührtechnik von Klärwerken, in der Teichwirtschaft sowie in der Nahrungsmittelindustrie seine Anwendung findet. Wenn man im Internet die Suchbegriffe „Oloid” und „Rührtechnik” eingibt, kann man sich das anschauen.
Joachim Merz, per E-Mail
Aufmarsch der Chimären
Heft 11/2012
Sie beschreiben sehr gut in diesem Beitrag, wie der Begriff „ Nutztier” einen völlig anderen Sinn erfahren hat. Glücklicherweise hat Bruno Reichart keine ethischen Bedenken, tierische Organe in Menschen zu verpflanzen! So können ihm selbstverständlich auch jegliche ethische Bedenken gegenüber anderen Lebewesen abgehen, die – natürlich zum Wohle der Menschheit – umdesigned werden.
Das erinnert mich stark an Engineering. Nur mit dem Unterschied, dass ein gestandener Ingenieur aus ein paar Schrauben und Blechen mal einen Schubkarren und ein anderes Mal eine Nobelkarosse baut. Das dürfte den Schrauben und Blechen enorm gleichgültig sein. Hier geht es aber um Lebewesen.
Woraus leiten diese Forscher das Recht ab, andere Lebewesen zu Ersatzteilfabriken zu degenerieren? Wer fragt die Lebewesen, ob sie das wollen? Heute Tiere, morgen Embryonen, übermorgen menschliche Klone. Wo ist das Ende, wer legt es fest? Neugierde, Profitgier, Machtstreben – da sind mir Frankenstein und Co schon fast sympathisch, die haben nämlich nur mit Leichenteilen gebastelt.
Harald Sewcz, per E-Mail





