Hautkrebs ist die weltweit häufigste Krebsart. Die gute Nachricht ist, dass Hautkrebs in der Regel sehr gut behandelbar ist, solange er früh diagnostiziert wird. Ebendarum spielt die Hautkrebsvorsorge eine wichtige Rolle und sollte regelmäßig durchgeführt werden. Früherkennung rettet Leben. Regelmäßige Hautuntersuchungen zu Hause und beim Hautarzt sind besonders wichtig.
Seit einiger Zeit bemühen sich Wissenschaftler darum, die Effektivität der Früherkennung von Hautkrebs durch den Einsatz von KI zu steigern. Nun liegen ermutigende Ergebnisse vor. Ein KI-basiertes Diagnoseprogramm analysierte innerhalb von zweieinhalb Jahren die Daten von über 20.000 Patientinnen und Patienten, bei denen der Verdacht auf Hautkrebs bestand. Das Ergebnis dieser Studie ist bemerkenswert: Von 190 diagnostizierten Hautkrebsfällen in dieser Patientengruppe wurden 189 korrekt identifiziert, was einer Erkennungsrate von 99,5 Prozent entspricht. Darüber hinaus konnten 541 von 585 präkanzerösen Läsionen (92,5 Prozent), die als Krebsvorstufen gelten und alle 59 Melanomfälleerfolgreich aufgespürt werden.
Ergebnisse der Studie im Detail
Im Oktober 2023 wurde die Studie auf dem Kongress der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie (PDF-Doc) vorgestellt. Sie zeigt, dass KI potenziell tödliche Krebsfälle in frühen Stadien erkennen kann. Im Rahmen der Studie von Dr. Kashini Andrew, Fachärztin am University Hospital Birmingham NHS Foundation Trust, untersuchte die künstliche Intelligenz 22.356 Patienten mit Verdacht auf Hautkrebs über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren. Das Programm erkannte 189 von 190 Hautkrebsfällen (99,5 %), die unter den Studienteilnehmern auftraten, sowie 541 von 585 präkanzerösen Läsionen (92,5 %) und alle 59 Melanomfälle. Dies ist eine große Steigerung zu Vorgängermodellen. Das erste KI-Modell, das im Jahr 2021 getestet wurde, erkannte nur 85,9 % der Melanomfälle, 83,8 % der Hautkrebsfälle und 54,1 % der präkanzerösen Läsionen.
„Diese Studie hat gezeigt, wie sich die KI schnell verbessert und lernt, wobei die hohe Genauigkeit direkt auf Verbesserungen bei den KI-Trainingstechniken und bei der Qualität der für das Training der KI verwendeten Daten zurückzuführen ist”, sagte Dr. Andrew in einer Erklärung. Dr. Andrew erklärte, dass die neueste Version der Software zwischen April 2022 und Januar 2023 über 1.000 persönliche Konsultationen in der Sekundärversorgung einsparen konnte. So stand mehr Zeit für Patienten zur Verfügung, bei denen ein dringender Handlungsbedarf vorlag.
Die Daten sind beeindruckend. Dennoch weisen die Forscher darauf hin, dass die KI einen guten Hautarzt nicht ersetzen kann und sollte. Im Rahmen der Studie wurde ein Fall eines Basalzellkarzinoms übersehen, der später von einem Dermatologen identifiziert wurde. Das Team hatte für ein Sicherheitsnetz aus Spezialisten als Backup gesorgt. „Wir möchten betonen, dass die KI nicht als alleiniges Instrument zur Erkennung von Hautkrebs eingesetzt werden sollte und dass KI kein Ersatz für einen Hautarzt ist”, sagte Dr. Irshad Zaki, Facharzt für Dermatologie am UHB NHS Foundation Trust und Mitautor der Studie.





