Als Lutz Dirksen für seine Diplomarbeit 1994 in Bolivien unterwegs war, stolperte er buchstäblich über sein künftiges Forschungsthema: eine Anakonda. Er fotografierte die mehrere Meter lange Würgeschlange, die auf der Straße lag. Wenig später fand er noch ein zweites Exemplar.
Zurück in Deutschland wurde sein Professor auf das ungewöhnliche Farbmuster der Tiere aufmerksam. “So merkwürdig gefärbte Anakondas kannte man bislang nicht”, erinnert sich Dirksen.
Auf seiner diesjährigen Reise ins Amazonasdelta hat der Biologe mehr als ein Dutzend seltene Exemplare gefangen und untersucht. Um ihrer Stammesgeschichte auf die Spur zu kommen, zapfte Dirksen auch DNA-Proben von fast 800 konservierten Museumstieren. Die ungewöhnlich gemusterten Exemplare der ersten Reise entpuppten sich dabei als seltene Kreuzung zweier Arten. “Das ist, als ob Gorillas und Schimpansen miteinander Nachkommen hätten”, sagt Dirksen.
Angst hat der 33jährige Jungforscher vor den Riesenschlangen schon lange nicht mehr. Er hält sogar eine junge Anakonda als Haustier – obwohl er weiß: Schlangen machen einsam. Seit ein Bekannter Schlangen hat, muß er auf Damenbesuch verzichten.
Lutz Dirksen





