Der Literaturwissenschaftler Helmut Schmiedt hat eine zuverlässige, behutsam argumentierende Biographie Mays vorgelegt, in der er dem Verwischen von Realität und Phantasie im Leben Karl Mays einen zentralen Platz einräumt. Er begleitet seinen Protagonisten von dessen Kindheit in Armut über die Phasen krimineller Betätigung bis zum Gipfel des Erfolgs und versteht es, in all diesen Wechselfällen die schillernde Persönlichkeit und das vielfältige Werk Mays plausibel zu verknüpfen.
Wesentlich plakativer geht Thomas Kramer in seiner Biographie vor. Schwungvoll setzt der Autor Akzente, stellt aber auch Aspekte des May’schen Werks in den Kontext der damaligen Literatur. Kramer weist zu Recht darauf hin, dass heutige Jugendliche nicht mehr von den Abenteuergestalten Karl Mays gefesselt werden; umso stärker plädiert er für eine Neuentdeckung.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger




