Ana Martin-Villalba vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg hat den erstmals verliehenen „Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis” erhalten. Die Auszeichnung soll einmal jährlich für besondere Leistungen in der Biomedizin an einer deutschen Einrichtung vergeben werden und ist mit 60 000 Euro dotiert. Das Preisgeld muss forschungsbezogen eingesetzt werden. Die Jury würdigte die Arbeit Martin-Villalbas über das Rezeptormolekül CD95. Es sitzt auf der Zelloberfläche und ist einer der wichtigsten Auslöser für den programmierten Zelltod, die so genannte Apoptose. Die 34-jährige Medizinerin erforschte die CD95-vermittelte Apoptose nach Querschnittslähmungen. Im Tierversuch wies sie nach, dass durch die Blockade von CD95 – und damit auch der Apoptose – die Regeneration des Rückenmarks gefördert wird. Querschnittsgelähmte Mäuse konnten nach einer entsprechenden Behandlung ihre Beine einen Monat später wieder bewegen. Tiere, bei denen der Zelltod nicht verhindert wurde, blieben gelähmt. Außerdem entdeckte Martin-Villalba, dass nach einem Schlaganfall gesunde Nervenzellen im Gehirn durch CD95-vermittelte Apoptose absterben. Möglicherweise könnten deshalb Lähmungen nach einem Schlaganfall durch die Hemmung des Rezeptormoleküls vermieden werden.





